Die Notbremse #10: Kämpfen

In diesem Heft behandeln wir das Thema Kämpfen und erinnern daran, wie dünn die Linie zwischen geregelter Auseinandersetzung und enthemmter Gewalt ist.
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ISBN: 9900100014802
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Die Erzählung von Konkurrenz, Stärke und Durchhaltevermögen hat wieder Konjunktur. Von Zeitenwende war die Rede, der Schock gross, als “plötzlich” der Krieg da war – und das auch in Europa.  Das Mindset des Kämpfens wirkt gegenwärtig zwar wie eine Antwort auf die Krisen unserer Zeit, doch im Kern ist es alt, beinahe archaisch. Unter der Oberfläche der Wohlstandsjahre pulsierte stets ein leiser Sozialdarwinismus: die Rede davon, dass sich die Tüchtigen durchsetzen, dass es die Schwachen nimmt; dass man sich „nicht so anstellen“ soll, weil das Leben eben ein Kampf ist. Wer sich jedoch erst einmal in eine Feindschaft hinein gelebt hat, findet kaum wieder hinaus. Feindschaften sind schnell geschürt, sie zu entschärfen ist eine mühsame, oft unmögliche Aufgabe.

 

Und doch ist an der Allgegenwärtigkeit des Kampfes etwas dran. In Form von Wettbewerben, im Streitgespräch oder im Sport durchzieht er die Gesellschaft. Solche Kämpfe ordnen. Sie schärfen Beziehungen und bringen uns miteinander in Kontakt; in ihrer regelgebundenen Form sind es aber Auseinandersetzungen, die keine Verwüstungen hinterlassen und nach denen man sich wieder die Hand geben kann.

 

 

 

Die Erzählung von Konkurrenz, Stärke und Durchhaltevermögen hat wieder Konjunktur. Von Zeitenwende war die Rede, der Schock gross, als “plötzlich” der Krieg da war – und das auch in Europa.  Das Mindset des Kämpfens wirkt gegenwärtig zwar wie eine Antwort auf die Krisen unserer Zeit, doch im Kern ist es alt, beinahe archaisch. Unter der Oberfläche der Wohlstandsjahre pulsierte stets ein leiser Sozialdarwinismus: die Rede davon, dass sich die Tüchtigen durchsetzen, dass es die Schwachen nimmt; dass man sich „nicht so anstellen“ soll, weil das Leben eben ein Kampf ist. Wer sich jedoch erst einmal in eine Feindschaft hinein gelebt hat, findet kaum wieder hinaus. Feindschaften sind schnell geschürt, sie zu entschärfen ist eine mühsame, oft unmögliche Aufgabe.

 

Und doch ist an der Allgegenwärtigkeit des Kampfes etwas dran. In Form von Wettbewerben, im Streitgespräch oder im Sport durchzieht er die Gesellschaft. Solche Kämpfe ordnen. Sie schärfen Beziehungen und bringen uns miteinander in Kontakt; in ihrer regelgebundenen Form sind es aber Auseinandersetzungen, die keine Verwüstungen hinterlassen und nach denen man sich wieder die Hand geben kann.